| Rhein-Hunsrück-Zeitung
vom 19.01.2000 Stadt-Bauhof: Vom Zelt in "Bretterbuden"
Bauarbeiten an zentraler Betriebsstätte für ganz Boppard biegen auf
die Zielgerade ein - Projekt von vier Millionen Mark - Neue Strukturen
kommen
Seit Jahrzehnten schon ist die Verlagerung des Bauhofs der Stadt
Boppard aus dem Buchenauer Tal ein kommunalpolitisches Thema. Nun - so
scheint es - zeichnet sich ein Endpunkt ab. Der Aufbau der neuen
Betriebsstätte Bad Salzig macht sichtbar Fortschritte. Noch in 2000
ist Umzug.
BOPPARD. Die nahezu unendliche Geschichte um das Verlagern des
Bauhofs der Stadt Boppard von Buchenau woanders hin wird noch in
diesem Jahr ihren Abschluss finden: Der Hallenpark in Bad Salzig
steht, das Betriebsgebäude wird demnächst in Angriff genommen, und
dann sind fast vier Millionen Mark verbaut.
Der Einsatz der knapp unter 30 Mitarbeiter erfolgt vom verlängerten
Gewerbegebiet aus, sieht man vom Vier-Mann-Stützpunkt
Buchholz/Niederkirchspiel ab, der so bestehen bleiben soll.
Mit dem Umzug vom Gammel-"Laden" (dabei auch ein Zelt) in Buchenau
an die Rheinfront nach Bad Salzig allein ist es nicht getan. Im
Gespräch mit unserer Zeitung betonte gestern Bürgermeister Dr. Walter
Bersch die Notwendigkeit neuer Arbeitsstrukturen in diesem Bereich der
Verwaltung. Klare Zielrichtung: "Es muss effizienter gearbeitet
werden." Kleine Gruppen mit festen Verantwortungsbereichen sollen im
Endeffekt "mehr Leistung" erbringen.
Mit der Verlagerung des Bauhofs einher gehen muss nach Auffassung
des Bürgermeisters auch eine deutlich verbesserte Ausrüstung dieser
technischen Abteilung. Ein Arbeiten mit - wie bislang praktiziert -
derart veraltetem Gerät sei nicht wirtschaftlich, betont in diesem
Zusammenhang der ranghöchste Stadt-Verwalter.
Integriert werden im Bauhof Bad Salzig auch die Kanalwerke, ein
städtischer Eigenbetrieb.
Wer den Bereich Bauhof auf der benachbarten Bundesstraße 9 bzw. auf
dem Rhein passiert, erschrickt ob der vermeintlichen Schäbigkeit der
in Bad Salzig neu gebauten "Bretterbuden" (Hallen), auch wenn sie aus
Bopparder Holz errichtet wurden. Da muss für die optische Kaschierung
(und Abschirmung) noch Einiges getan werden. Gerhard Seib
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 20.01.2000
Industriegebiet Hellerwald: Staub der Preis für Gewerbeboom?
Unternehmen fühlen sich von einem Nachbarn belästigt -
Bürgermeister versucht sich als ausgleichender Moderator - Gebiet
bleibt "Dauerbaustelle"
BOPPARD. Der berühmt-berüchtigte sächsische Maschendraht-Zaun mit
den Knallerbsen dran, den Knallköppen davor und dahinter und dem
Drumherum dazu in den Medien ließ es wieder bewusst werden: Wo
Nachbarn sind, bleibt Reibung nicht aus. Ein allerdings anders
gelagerter "Fall" schwelt seit geraumer Zeit im Bopparder
Industriegebiet Hellerwald. Staub (in erster Linie) ist "Stein des
Anstoßes".
Ein Unternehmen mit - wie es scheint - zum Teil unbefestigter
Betriebsfläche sorgt durch rege Lkw-Zu- und Abfahrten in einem
bestimmten Teil des inzwischen nahezu komplett belegten
Industriegebiets für Ärger in der Nachbarschaft. Die sieht sich bei
trockener Witterung von Staubschwaden regelrecht "eingenebelt" und bei
Nässe von schmierigen Straßen genervt. Ein Beschwerdeführer zitiert
gegenüber unserem Blatt Kunden-Einlassungen: "Wo hab ihr euch denn da
niedergelassen?"
Neben Juristen sieht sich daher auch der Bürgermeister gefordert:
"Geordnete Verhältnisse müssen sein", sagt das Stadtoberhaupt im
Gespräch mit unserer Zeitung als ausgleichender Moderator nach einem
Ortstermin und weiß zu berichten, dass eine für 80 000 Mark
angeschaffte Reifenwaschanlage bei dem kritisierten Unternehmen in
Betrieb gehen soll. Dr. Walter Bersch: "Besserung ist in Sicht."
Grundsätzlich - so der Bürgermeister - könne das Industriegebiet
"Hellerwald" aber nicht mit einer Art Silicon Valley verglichen
werden. Klinische Sauberkeit, zumal in der Aufbauphase von
Gewerbeansiedlungen, sei nicht zu erreichen.
Noch auf absehbare Zeit wird der "Hellerwald" eine Art Baustelle
sein. Abschnitt I ist bis auf eine Ansiedlung zu. Bersch denkt darüber
nach, durch Neubau undVerlängerung einer Trasse Ringverkehr
einzurichten. Geschaffen werden muss eine neue Straßenführung im
Wendehammer am Ende des Gebiets, wo auch eine Zu- und Abfahrt in
Richtung Bahnhof Fleckertshöhe gebaut werden soll. Und noch nicht
einmal erschlossen ist der große "Hellerwald II", das interkommunale
Projekt mit Kratzenburg und der VG Emmelshausen. Gerhard Seib
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 20.01.2000
Startklar für Baugebiet
BOPPARD. Nach Oppenhausen, Buchholz, Rheinbay ist nun Holzfeld der
vierte Ortsbezirk, wo die Stadt auf Grundlage eines
Bodenwertgutachtens Flächen aufgekauft hat, um ein Neubaugebiet
auszuweisen. Für 134 000 Mark wurden 10 344 Quadratmeter in
Friedhofsnähe erworben. Je nach Lage wurden pro Quadratmeter zwischen
12 und 14 Mark bezahlt. Bürgermeister Dr. Walter Bersch wird dem
Stadtrat in absehbarer Zeit einen Beschlussvorschlag für die
Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans vorlegen.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 03.02.2000
Sozialhilfe in Boppard "eingedampft"
Bürgermeister: Maßnahmen der Stadt greifen durch Arbeitsangebote -
Kein Geld bei Weigerung
BOPPARD. Die Stadt Boppard hat im abgelaufenen Jahr mit rund 2,7
Millionen Mark für Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von
Einrichtungen einschließlich Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlingen
544 000 Mark weniger verausgaben müssen als im Jahr 1998.
Neben dieser Kostenreduzierung von 16,6 Prozent allein in diesem
Jahr sieht Bürgermeister Dr. Walter Bersch besonders auch die
humanitären Aspekte des in Boppard besonders forcierten Projektes
"Arbeit statt Sozialhilfe". Bersch: "Unsere Anstrengungen haben sich
in jeder Hinsicht gelohnt. Die Betroffenen nehmen unsere
Arbeitsangebote, die von der gemeinnützigen Arbeit bei städtischen
Projekten bis zu Arbeitsvermittlungen in den regulären Arbeitsmarkt
bei einheimischen Firmen führen, überwiegend dankbar an. Diese Linie
werden wir konsequent weiter verfolgen."
In diesem Sinne hat die Stadt jetzt auch einen neuen
Kleintransporter gekauft, mit dessen Hilfe im städtischen Möbellager
gebrauchte Wohnungseinrichtungen aufgearbeitet und an Bedürftige
abgegeben werden können. Bersch gegenüber unserem Blatt abschließend:
"Zu erwähnen bleibt noch, dass die finanzielle Hilfe zum
Lebensunterhalt bei erwerbsfähigen Personen an die Bedingungen
geknüpft wird, dass man sich an den genannten städtischen Projekten
beteiligt. Bei fortgesetzter Weigerung setzt die Stadtverwaltung die
Zahlungen aus."
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 08.02.2000
Boppard: Wie Phönix aus der Asche
Trotz Sechs-Millionen-Rückzahlung hat Boppard Polster von 4,5
Millionen - Steuereinnahmen wesentlich besser als geschätzt
Deutlich besser als erwartet hat Boppard die
6-Millionen-Rückzahlung des vergangenen Jahres an die Bomag verdaut.
Der Jahresüberschuss beträgt knapp 4,5 Millionen. Phönix aus der
Asche.
BOPPARD. Ein schwerer Schlag - so schien es - war im vergangenen
Jahr für die Stadt Boppard der Ausgang juristischer
Auseinandersetzungen zwischen einem der Bopparder Vorzeige-Unternehmen
und den Finanzbehörden. Damals hatte die Bomag obsiegt und die Stadt
in letzter Konsequenz das Nachsehen. Auf gut 6 Millionen Mark zuviel
vereinnahmter Gewerbesteuer (wir berichteten).
Nach diversen Beratungen hinter verschlossenen Türen, einem
Kassensturz und dem Überdenken - nicht Absetzen - städtischer
Planungen und Vorhaben wurde nicht lange gefackelt: Die Stadt überwies
ihrem potentesten Steuerzahler das ihm Zustehende zurück und ging mit
allerdings etwas gebremstem Elan ans neue Haushaltswerk. Der Etat 2000
- mit spitzer Feder gerechnet - geriet zu einem für Bopparder
Verhältnisse etwas bescheiden anmutenden Gasamtkunstwerk. Aber
immerhin: Keine Mark Kredit-Aufnahme - das war das Ergebnis. Bei noch
rund 13,5 Millionen-Ansatz im Vermögenshaushalt, über den das
Investitionsprogramm abgerechnet wird.
Doch jetzt, das neue Jahr steckt noch in den Kinderschuhen, hat
sich der zunächst verdüsterte Horizont schon wieder aufgehellt:
Boppard - das ergibt die jetzt erstellte "Bilanz" - hat - aller
Misshelligkeiten zum Trotz - einen Überschuss von 4,495 Millionen Mark
erwirtschaftet. Bürgermeister Dr. Walter Bersch im Gespräch mit
unserem Blatt auf Anfrage: "Der Aufschwung kommt." Und: "Wir
kalkulieren sehr vorsichtig, um keine unangenehmen Überraschungen zu
erleben."
Es ist nicht ein bestimmter Posten, der die Zukunft wieder in
rosigerem Licht erscheinen lässt: Gewerbesteuer-Einnahmen und die
Einkommenssteuer-Zuwächse sind "gewaltig gestiegen" und
korrespondieren dabei mit erheblich gesunkenen Sozialhilfekosten.
Bersch: "Nachdem die Kreisverwaltung zwischenzeitlich unseren
Haushaltsplan 2000 ohne Beanstandungen genehmigt hat, können jetzt
auch durchaus noch wichtige Projekte außerplanmäßig durch Entnahme aus
der Allgemeinen Rücklage finanziert werden. Erst zum Herbst ist die
Vorlage eines Nachtragshaushaltsplanes geplant."
Die ohnehin vorgesehene Sanierung der Grundschule Boppard (3,082
Millionen) wird nun beschleunigter als vorgesehen durchgezogen und
muss nicht über vier Jahre gestreckt werden. Bersch: "Eventuell sind
wir bis Ende 2001 fertig." Das - beispielsweise - Erweitern der
Grundschulturnhalle Buchholz, das Anschaffen von Feuerwehr-Gerät, all
dies kann nun aus Rücklagen bestritten werden. Bersch: "Der Spielraum
wird einfach größer, und wir haben keine Angst auch vor größeren
Projekten mittelfristig."
Das wird notwendig sein, denn dicke Brocken kommen. Als da u.a.
sind: Ausbau der Kurfürstlichen Burg in ein Gastro/Kultur-Zentrum,
Neubau einer Stadthalle, Sanierung des Stadions Buchenau und Umbau des
Schwimmbads Buchenau in eine Erlebnis-Badelandschaft. Über den Daumen
gepeilt könnten die Investitionen allein für diese Projekte in einer
Größenordnung von etwa 40 Millionen angesiedelt sein. Der
Bürgermeister - so scheint es - sieht's gelassen. Gerhard Seib
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 28.02.2000
Städtischer Ausschuss inspizierte die 29 Kinderspielplätze in
Boppard
Unter allen Spielgeräten sollen künftig Fallschutzmatten liegen
Krasse Unterschiede bestehen bei der Ausstattung der
Kinderspielplätze im Gebiet der Stadt Boppard mit ihren zehn
Ortsbezirken. Um sich ein Bild von der Situation zu verschaffen,
besichtigten Bürgermeister Dr. Walter Bersch und die Mitglieder des
Ausschusses für Jugend, Soziales und Sport des Stadtrates alle 29
Plätze.
BOPPARD. Deutlich zeigt sich vor allem in den Höhen-Ortsteilen,
dass dank der Eigenleistung von Bürgern und Ortsbeiräten der Standard
der Kinderspielplätze verbessert wurde. Die Eltern fühlen sich
mitverantwortlich für den oftmals einzigen Platz und helfen bei der
Instandhaltung. Anders in der Kernstadt und in Buchenau: Dort gibt es
mehrere Plätze, die dringend verbessert werden müssen.
Der "Spielplatz" am Schiffelsfelder Weg, neben dem Bolzplatz,
bietet mit zwei Metall-Klettergerüsten und zwei Wippen kaum
Spielmöglichkeiten für die Kinder. Deshalb ist eine weitreichende
Änderung zum "naturnahen Erlebnisraum" geplant. Das nahegelegene
Wäldchen soll erhalten bleiben und in Abstimmung mit unterer
Landespflegebehörde und Forstamt in einer Mitmachaktion besonders für
die Älteren gestaltet werden. Ein Weidentunnel als Kriechröhre, eine
Hangrutschbahn und eine Lehmkuhle, die in Verbindung mit Wasser zu
eigenem kreativen Gestalten animiert, werden vor allem die kleineren
Kinder begeistern. Ein besonderer Clou sind die "kopfüber"
einbetonierten Baumstämme, in deren Wurzel-Ästen die Kinder klettern
oder sich ein "Nest" bauen können.
In der Schützenstraße ist der zur Eisenbahn gelegene Zaun marode
und muss schnellstmöglich ausgetauscht werden. Die großen Sandflächen
unter den Spielgeräten in der Rheinallee locken viele Hunde an. Sie
werden durch Rasenflächen ersetzt, die auch bei Hochwasser nicht mehr
wie der Sand weggespült werden können.
Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Ausschusses nach der
Besichtigung, dass alle Plätze mit Fallschutzmatten unter den
Spielgeräten ausgestattet werden sollen und alle Plätze mit einem
einheitlich hohen Standard versehen werden. Die dafür vorgesehenen
Mittel von 50 000 Mark werden nicht ausreichen und sollen daher vom
Hauptausschuss aufgestockt werden. Bürgermeister Dr. Bersch äußert
sich optimistisch: "Es geht in erster Linie darum, dass die Kinder
unserer Stadt sich auf ihren jeweiligen Spielflächen wohlfühlen, denn
wir wollen eine kinderfreundliche Stadt sein."
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 09.03.2000
Auf grünem Rasen erfolgreicher kicken
Stadion-Sanierung in Boppard-Buchenau soll in diesem Jahr beginnen
- Von den drei Millionen Kosten bleibt die Hälfte an der Stadt Boppard
hängen
Das marode Stadion in Buchenau wirft seit Jahren ein schlechtes
Bild auf die Stadt Boppard und ihre Fußballer. Das Ende des Elends ist
in Sicht: Noch in diesem Jahr sollen die Bagger anrollen. In einigen
Jahren können die Kicker vom SSV auf grünem Naturrasen den Ball
endlich richtig rollen lassen.
BOPPARD.Auf Anfrage des Vorsitzenden Norbert Neuser gab
Bürgermeister Dr. Walter Bersch zur bevorstehenden
Jahreshauptversammlung des SSV Boppard eine umfangreiche Stellungnahme
zur lang ersehnten Sanierung des Stadions in Buchenau ab. Kernpunkt
ist, dass der erste Bauabschnitt in diesem Jahr in Angriff genommen
werden kann. Der Stadtrat Boppard wird sich damit in seiner nächsten
Sitzung befassen.
Am 20. April 1999 empfahl das Mainzer Sportministerium für das
Hauptspielfeld die Anlage eines Naturrasens. Dies wiederum setzt
voraus, dass in der Nähe auch ein Übungs- und Ausweichplatz vorhanden
ist. In diesem Sinne hat die Stadtverwaltung am 26. März 1999 eine
Bauvoranfrage an die Kreisverwaltung gestellt, um zu klären, ob dieser
Übungsplatz Aussichten auf eine Baugenehmigung erhält. Die
Kreisverwaltung lehnte diese Bauvoranfrage zunächst ab. Das war am 8.
November. Gegen diese Entscheidung legte die Stadt Rechtsmittel ein.
Die Sache kam vor den Kreisrechtsausschuss: Boppard hatte Erfolg. Vor
diesem Hintergrund möchte Dr. Walter Bersch nun dem Stadtrat
vorschlagen, auf der Nordseite der bestehenden Sportplatzfläche den
Bau eines neuen Übungs- und Ausweichplatzes mit einem moderen
Elastik-Belag noch in diesem Jahr durchzuführen. Das Ministerium hat
die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn in Aussicht gestellt.
Auf einem solchen Platz könnte das runde Leder das ganze Jahr
hindurch rollen. Und was noch wichtiger ist: Er ist auch für
Meisterschaftsspiele zulässig. Dafür müssen rund 800 000 Mark
hingeblättert werden. Allerdings kann in diesem Jahr nicht mehr mit
einem Landeszuschuss gerechnet werden. Aufgrund der günstigen
finanziellen Entwicklung hält Bersch die Stadt Boppard jedoch für
fähig, diesen Betrag vorzufinanzieren.
Im zweiten Bauabschnitt soll dann der alte Hartplatz zu einem
Naturrasenplatz veredelt werden. Laufbahnen und weitere Flächen für
Leichtathletik - alles mit Kunststoffbelag - kommen hinzu.
Einschließlich Drainage, Unterbau, Erneuerung der Beregnungsanlage und
Herrichtung des Umfeldes kostet der Spaß rund 1,45 Millionen. Wenn
dies unter Dach und Fach ist, wird die Sanierung des Stadiongebäudes
in Angriff genommen. Das kostet eine halbe Million. Was dann noch
fehlt, ist eine neue Tribüne. Dafür werden 250 000 Mark fällig.
Alles in allem verschlingt die Stadion-Sanierung rund drei
Millionen Mark. Davon bleiben an der Stadt Boppard mindestens 1,5
Millionen Mark hängen. "Diese gewaltige Investition setzt natürlich
auch voraus, dass neben dem Schulsport auch die Bopparder Sport
treibenden Vereine ihre Verantwortung erkennen und sich zur
Unterstützung des Vorhabens bereit erklären", so Bersch. Die
Konzeption bedeute insbesondere für die Fußballvereine ein
hervorragendes Angebot, das kreisweit keinen Vergleich mehr zu scheuen
brauche, meint der Bürgermeister weiter. Es sei nach Wegen zu suchen,
wie auch und gerade der Fußballsport in Boppard insbesondere im
Leistungsbereich nach vorne gebracht werden könne. Wie das geschehen
könne, soll in einem Gespräch geklärt werden, zu dem Bürgermeister Dr.
Walter Bersch alle Fußballvereine einladen wird.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 16.03.2000
Immer noch relativ niedrige Steuern in Boppard - Lob für die Stadt
vom Bund der Steuerzahler
BOPPARD. Die Stadt Boppard steht im Vergleich mit den 23 übrigen
Städten in Rheinland-Pfalz in der Einwohnerklasse zwischen 10 000 und
20 000 Einwohner hervorragend da.
Wie der Bund der Steuerzahler ermittelte, liegt die Stadt Boppard
bei den Hebesätzen für die Gewerbesteuer sowie Grundsteuer A und B
nicht nur unter den durch das neue
Landesfinanzierungs-Ausgleichsgesetz vorgegebenen Nivellierungssätzen,
die zur Berechnung der Schlüsselzuweisungen herangezogen werden.
Boppard liegt im Vergleich zu den anderen Gemeinden auch mit 340
Prozentpunkten bei der Gewerbesteuer am Ende der Skala. Lediglich fünf
Gemeinden haben noch einen leicht geringeren Hebesatz als Boppard. 15
Gemeinden liegen zum Teil beträchtlich über Boppard.
Hinsichtlich der Gewerbesteuer hat das Land bei der Verteilung der
Schlüsselsätze einen Nivellierungssatz von 352 Prozent vorgegeben.
Würde also Boppard die Gewerbesteuer um 12 Prozent erhöhen, hätte dies
- so Bürgermeister Walter Bersch - keinen negativen Einfluss auf die
Zuteilung von Schlüsselzuweisungen. In "Sachen" Grundsteuer B, die von
den Hausgrundstückseigentümern zu entrichten ist, steht Boppard im
Vergleich ebenfalls sehr günstig dar. Mit 300 Prozent liegt die Stadt
nicht nur 17 Prozent unter dem Nivellierungssatz, sondern darüber
hinaus auch im Vergleich mit den übrigen Gemeinden im unteren Drittel.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 04.04.2000
Beifall vom Steuerzahler-Bund
Bürgermeister für Idee des RWE-Aktien-Verkaufs nachdrücklich gelobt
BOPPARD/MAINZ. Nachdrücklichen Beifall für die Absicht, eventuell
Aktien der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke AG (RWE Energie)
zu verkaufen, um damit Haushaltslöcher zu stopfen (wir berichteten),
signalisiert der Bund der Steuerzahler, Landesverband Rheinland-Pfalz
den Bürgermeistern Dr. Walter Bersch (Boppard) und Walter Mallmann
(St. Goar).
"Der Bund der Steuerzahler sieht sich durch die jüngsten Äußerungen
der Bürgermeister von Boppard und St. Goar in seiner Position
bestärkt: Der Aktienbvesitz bei Landkreisen und Gemeinden ist in aller
Regel unwirtschaftlich", formuliert die in Mainz ansässige
Organisation. Sofern die Erträge aus den Unternehmensbeteiligungen
geringer als die eigenen Schuldzinsen seien, lohne sich ein solches
Investment nicht. Jeder Kleinaktionär werde davor gewarnt, mit
geliehenem Geld Wertpapiere zu kaufen. Viele Kommunen scheuten dieses
Risiko offensichtlich nicht, betont der Verband und fügt hinzu, es sei
nicht Aufgabe der Gemeinden, mit dem Geld der Bürger zu spekulieren.
Dem Elektrizitäts-Zweckverband Vorderhunsrück (EZV) rät die
Organisation, "den Forderungen der Bürgermeister Bersch und Mallmann
zu folgen". (gs)
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 07.04.2000
Mit Sicherheit zum Hellerwald
Signale für den Bau einer Blinkanlage mit Halbschranken am
Bahnübergang zum Bopparder Industriegebiet stehen auf Grün
Die Deutsche Bahn investiert in die Infrastruktur der
Hunsrückstrecke zwischen Boppard und Emmelshausen. Der Bahnübergang
zum Industriegebiet Hellerwald wird ausgebaut und damit als
Gefahrenpunkt entschärft. Land und Stadt beteiligen sich an den Kosten
von 850 000 Mark.
BOPPARD. Die Umplanung zum Bau einer Lichtzeichenanlage mit
Halbschranke zum Industriegebiet Hellerwald ist abgeschlossen. Derzeit
läuft die Ausschreibung für die entsprechenden Bauarbeiten. Diese
Mitteilung erhielt Bürgermeister Dr. Walter Bersch auf eine
entsprechende Anfrage aus Mainz.
Infolge ds geplanten Gewerbeparks Hellerwald II hat das
rheinland-pfälzische Verkehrsministerium im vergangenen Jahr die
sinnvolle Anregung gegeben, einen zusätzlichen Fußweg mit
Fußwegschranke einzurichten, was eine Umplanung erforderlich machte.
Die entsprechenden Kostenvereinbarungen zwischen Land,
Eisenbahnbundesamt und Stadt Boppard sind zwischenzeitlich
abgeschlossen und genehmigt. In dem Schreiben heißt es, dass nach
Einleitung der Ausschreibung und der Bauvorbereitung die Beauftragung
der Baufirma spätestens im Mai erfolgen und die eigentliche
Baumaßnahme damit auch planmäßig vor dem 30. August in Angriff
genommen wird. Die Kosten der Gesamtmaßnahme betragen rund 850 000
Mark.
Bürgermeister Dr. Walter Bersch freut sich, dass damit "endlich die
erforderliche Verkehrssicherheit an der Zufahrt zum Industriegebiet
Hellerwald gegeben ist". Darüber hinaus zeige jede Investition in die
Hunsrückbahn, dass alle Beteiligten - nichtzuletzt die für die
Infrastruktur zuständige DB Netz AG - am Erhalt dieser traditionellen
und für Boppard so wichtigen Verkehrsanlage arbeiteten.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 07.04.2000
Radweg von Buchholz nach Brodenbach ist perfekt
Die Landesregierung erfüllt einen Wunsch der Stadt Boppard: Der Weg
wird im Zuge der laufenden Flurbereinigung gebaut
BOPPARD. Bis Ende 2001 ist der Radweg von Buchholz nach Brodenbach
gebaut. Diese für die Stadt Boppard hoch erfreuliche Mitteilung
erhielt nun Bürgermeister Dr. Walter Bersch (SPD) vom
rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage (FDP).
Entscheidenden Anteil hatte laut Bersch der Vorsitzende der
SPD-Landtagsfraktion, Joachim Mertes, der sich mit Nachdruck für diese
Verbesserung des Radwegenetzes im Rhein-Hunsrück-Kreis eingesetzt
hatte. Nun kann davon ausgegangen werden, dass der 7,2 Kilometer lange
Weg von der Hunsrückhöhenstraße bis zur Ehrenburg bis Ende des
kommenden Jahres fertig gestellt wird.
Bersch hatte den Wirtschaftsminister darauf hingewiesen, dass im
Rahmen der laufenden Flurbereinigung die Planfeststellungen für das
Wegenetz mit dem Radweg Rechtskraft erlangt hätten. Ein Teil dieses
Netzes ist der rund fünf Kilometer lange kombinierte Rad- und
Wirtschaftsweg, der einschließlich Ortslagen mit einer Gesamtlänge von
7249 Metern den an der Autobahnausfahrt Boppard an der B 327 liegenden
Pendler-Parkplatz mit dem Parkplatz an der Ehrenburg oberhalb der
Ehrbachklamm verbindet.
Dieser Weg, der außerhalb der Ortslagen südlich der Kreisstraße 119
verläuft, soll eine Fahrbahnbreite von drei Metern (Kronenbreite 4,50
Meter) erhalten und mit einer bituminösen Tragdeckschicht befestigt
werden. Die Kosten wurden auf 1,44 Millionen Mark ermittelt. "Bei dem
vorstehenden Ausbau handelt es sich um eine touristisch sehr
interessante Strecke vom Rheintal zum Moseltal, die außerdem die dort
vorhandenen Radwegesysteme verbindet", schrieb der liberale Minister.
Doppelte Funktion
Zugleich erfülle dieser Weg aus Sicht der Landwirtschaft wichtige
Funktionen. So würden landwirtschaftlich genutzte Flächen erschlossen
und eine Trennung des langsamen landwirtschaftlichen Verkehrs vom
fließenden Pkw- und Lkw-Verkehr erreicht. Mit zusätzlichen EU-Mitteln
aus dem Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds (EAGL), die in
den Jahren 2000 und 2001 für die Bodenordnung bereitgestellt werden,
entstehen neue finanzielle Handlungsspielräume. Deswegen - so der
Minister weiter - bestehe die Möglichkeit, die Finanzierung des
Wegebaus im Rahmen der dem Kulturamt Mayen 2000 und 2001 zur Verfügung
stehenden Mittel zu realisieren. Voraussetzung sei allerdings, dass
dadurch keine Maßnahmen in anderen laufenden Bodenordnungsverfahren
gefährdet werden. Weiterhin müsste die Stadt Boppard die zur
Finanzierung erforderlichen Eigenmittel bereitstellen.
Bürgermeister Dr. Walter Bersch stellte abschließend fest, dass die
Eigenbeteiligung der Stadt Boppard in Form der zur Verfügung
gestellten Grundfläche für die Wegetrasse gewährleistet werde. Es
komme jetzt darauf an, dass auch der Rhein-Hunsrück-Kreis den hohen
touristischen Wert dieser parallel zur Ehrbachklamm verlaufenden
Höhenverbindung zur Ehrenburg erkenne, wobei die bedeutenden
Baudenkmäler der Wallfahrtskapelle zur Schwarzen Muttergottes in
Windhausen sowie der barocken Pankratiuskirche in Herschwiesen
einschließlich des historischen Pfarrzentrums ebenfalls Anschluss
hätten. Hinzu kommt noch der hohe ökologische Stellenwert der
Streuobstbestände im Niederkirchspiel.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 10.05.2000
Einkaufszentrum Buchenau ist auf Kurs
Im Bopparder Stadtrat gab es eine breite Mehrheit für das Projekt -
Kombi-Lösung soll 100 Millionen Mark Kaufkraft-Verlust pro Jahr
eindämmen helfen
Aldi und ein Vollsortimenter Seite an Seite sollen das 2000
Einwohner starke Buchenau aufwerten und das Mittelzentrum Boppard
stärken. Der Stadtrat hat am Montagabend für das Kombi-Projekt den
Boden bereitet.
BOPPARD. Die letzten parlamentarischen Hürden genommen hat das
Einkaufszentrum in Buchenau mit überwältigender Mehrheit im Stadtrat
Boppard: Bei zwei Nein-Stimmen (Grüne) und vier Enthaltungen (CDU und
FDP) gab das Kommunalparlament grünes Licht für das Projekt unterhalb
des Stadions.
Einzug halten sollen dort (wie berichtet) ein
Lebensmittel-Discounter (Aldi) und ein noch festzulegender
leistungsfähiger Vollsortimenter. Erneut gab es im Rat Diskussionen um
die Notwendigkeit zweier solcher Einrichtungen - Hajo Simon (Grüne)
ironisch: "Erst wenn es einem Bürgermeister gelingt, eine Aldi-Filiale
in den Ort zu holen, ist er ein richtiger Bürgermeister" - und
erinnert wurde an die einstigen Vorstellungen auf Ansiedlung eines
kleinen Verbrauchermarktes mit deutlich weniger Verkaufsfläche, als
jetzt zusammen beansprucht wird (3000 Quadratmeter), was auch von der
Kreisverwaltung einst toleriert worden wäre.
Das ist Schnee von vorgestern. Es geht jetzt nicht mehr um das
Sicherstellen der unmittelbarsten Bedürfnisse der inzwischen 2000
Buchenauer Bürger. Boppard hat erhebliche Defizite in seiner
Ausstattung als Mittelzentrum. Diese Auffassung vertraten sowohl
Bürgermeister Dr. Walter Bersch (SPD) als auch der
Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten Dr. Jürgen Mohr, die
nachdrücklich für die Kombi-Lösung Discounter/Vollsortimenter
plädierten und darin auch von Bürgergruppen-Mann Günter Müller
unterstützt wurden. Zielrichtung: 100 Millionen Mark Kaufkraft-Abfluss
pro Jahr aus Boppard einzudämmen.
Der Discounter kann sich vorstellen, "eine zügige Abwicklung der
Kaufvertragsverhandlungen und des Baugenehmigungsverfahrens
vorausgesetzt, bereits Mitte nächsten Jahres in Boppard eine moderne,
leistungsstarke Aldi-Filiale eröffnen" zu können. Wo die ist, ist auch
der gut sortierte Sortimenter nicht weit. Namen werden gehandelt.
Gerhard Seib
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 19.06.2000
Gas fürs Ohlenfeld
RWE gab Zusicherung für den Stadtteil
BOPPARD-BUCHHOLZ. Nach entsprechenden Verhandlungen hat sich nun
die Netzregion Südwest der RWE Energie AG gegenüber Bürgermeister Dr.
Walter Bersch bereit erklärt, noch im Geschäftsjahr 2000/2001 mit der
Erdgasversorgung des Buchholzer Ortsteils Ohlenfeld zu beginnen. Das
RWE kann nach eigenen Aussagen eine vollständige Versorgung des
Ohlenfeldes wirtschaftlich nur ermöglichen, wenn rund ein Drittel der
erreichbaren Gebäude Erdgas beziehen wollen. Sollte die Nachfrage
geringer ausfallen, wird die Erstverrohrung sich neben der
Ohlenfeldstraße vor allem auf die Tannen-, Finken-, Ginster- und
Birkenstraße konzentrieren. Ortsvorsteher Peter Gipp hat diese
Nachricht mit Freude aufgenommen und will nun dafür Sorge tragen, dass
die erforderliche Mindestnachfrage nach Erdgasanschlüssen erreicht
wird. Da der Bebauungsplan Ohlenfeld mit wenigen Ausnahmen nur
eingeschossige Wohnhäuser zulässt, dürfte dort der eingesparte
Kellerraum für einen Öltank besonders begrüßt werden, zeigen sich die
Politiker optimistisch. Bürgermeister Bersch ist mit den bisherigen
Verhandlungen mit der RWE über die Erdgasversorgung in der Stadt
Boppard zufrieden. Nachdem nun Rheinbay und Ohlenfeld vereinbart
wurden, fehlten nur noch Udenhausen, Herschwiesen und Oppenhausen.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 12.07.2000
Tolles Ferienlager in der Ehrbachklamm
75 Kinder aus dem Niederkirchspiel erlebten eine spannende Woche
Eine besondere Verbundenheit zur Natur bescherte 75 Kindern die
Ferienfreizeit, die die Ortsvereine der Arbeiterwohlfahrt und der SPD
Oppenhausen-Hersch~wiesen bereits zum 15. Mal in ununterbrochener
Folge organisierten.
BOPPARD-OPPENHAUSEN. 75 Kinder aus dem Niederkirchspiel erlebten
während der Freizeitmaßnahme von SPD und Arbeiterwohlfahrt
Oppenhausen-Hersch~wiesen spannende Tage auf der Stierwiese in der
Ehrbachklamm bei der Eckmühle.
Das Leben auf der Stierwiese im Einmündungsbereich des
Oppenhausener Eselbaches in den Ehrbach, das Spiel im umliegenden
Wald, die Wanderungen durch die Ehrbachklamm und zur naheliegenden
Höhle Faburg bildeten den Rahmen dazu. Natürlich war das Lager auch
mit Action verbunden. Sieben Kleinbusse der Arbeiterwohlfahrt sorgten
für eine hervorragende Mobilität, die mit Ausflügen in das hochmoderne
Moselbad in Cochem, einer Schifffahrt zum Besucherzentrum auf der
Loreley und in den Neuwieder Zoo verbunden war. Das Zeltlager stieß
auch auf ein großes Medieninteresse: Ein Fernsehteam war auf der
Stierwiese dabei.
Insbesondere die älteren Betreuer um Walter Bersch, Hubert Gipp,
Hermann Noe, Jürgen Poersch, Herbert Schäfer und Erwin Schmitt freuten
sich, dass auch in Zukunft die Organisation des Zeltlagers gesichert
ist. Aus den Reihen der heutigen Backesjugend Oppenhausen stammte
schon die Hälfte der Betreuer, die in den vergangenen 15 Jahren selbst
als Kind auf der Stierwiese zelteten. Hervorzuheben sind auch die
Kontinuität von Peter Wissounig, der dafür sorgte, dass das Lagerfeuer
immer brannte, und ganz besonders die gute Küche von Theo Reuter, der
den guten Appetit der Zeltlagergemeinde ansprechend befriedigte.
Im kommenden Jahr findet das beliebte Zeltager vom 30. Juni bis 7.
Juli statt.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 11.08.2000
Bundesstraße 9 wird bald zur Baustelle
Auftrag für Ausbau zwischen Boppard und Bad Salzig vergeben -
Radweg wird neu angelegt
BOPPARD. Jetzt liegt die Nachricht vor: In wenigen Wochen beginnt
der Ausbau der Bundesstraße 9 zwischen Boppard und Bad Salzig. Die
Straßenverwaltung hat den Auftrag an ein Oberweseler Bauunternehmen
vergeben, das für gut drei Millionen Mark 1,7 Kilometer Bundesstraße 9
vom Hotel L'Europe bis zur Stadteinfahrt in Bad Salzig herrichtet.
Als besonders kostenintensiv stellt sich dabei der Bau des Rad- und
Gehwegs zwischen Bad Salzig und der ehemaligen Anlegestelle Kamper
Fähre dar. Er wird in Stahlbetonweise ausgeführt und kragt bis zu 1,20
Meter über das Flussbett aus. Der bereits vorhandene Radweg im Bereich
des ehemaligen Leinpfads am Rheinufer soll von der Kamper Fähre bis
zur Rheinallee Boppard ein Sicherheitsgeländer erhalten. Für das
Gesamtprojekt wird eine Bauzeit von 14 Monaten veranschlagt, so dass
mit einer Fertigstellung vor Ende des Jahres 2001 nicht zu rechnen
ist. Bürgermeister Dr. Walter Bersch bedankte sich in einem Schreiben
an Ministgerpräsident Kurt Beck für dessen "persönlichen Einsatz" (Bersch)
und schlug je nach Fahrtrichtung Boppard oder Bad Salzig als Standort
für den offiziellen Start von "Tal total" im Jahr 2002 vor, so dass
der dann fertiggestellte neue Radweg damit seine Eröffnung erlebt.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 24.08.2000
Hunsrück hat Rhein abgehängt
Einzelhandels-Umsätze zeigen es - Bersch: Kompensation schaffen!
BOPPARD/KREIS. Eine ihn in dieser Deutlichkeit doch überraschende
Erkenntnis hat jetzt Boppards Bürgermeister Dr. Walter Bersch beim
Sichten von Zahlen des Statistischen Landesamtes Bad Ems gewonnen: Die
Rhein-Gemeinden wurden in den vergangenen zehn Jahren wirtschaftlich
vom Hunsrück quasi hoffnungslos abgehängt.
Bewegten sich die Einzelhandelsumsätze im Tal 1988 schon auf
relativ bescheidenem Niveau, haben sie bis '98 gegenüber den Regionen
Kastellaun und Simmern weiter den Anschluss verloren und wurden sogar
noch von Kirchberg überholt, das - mit Rheinböllen - einst im Kreis
das Schlusslicht gewesen war. Einzige VG mit sogar deutlicher
Minus-Entwicklung: St. Goar-Oberwesel. Für Walter Bersch ist es klar:
"Die Problemgebiete des Kreises sind die Gemeinden am Rhein."
Die Umsätze im Einzelhandel (einschließlich Reparatur von
Gebrauchsgütern - ohne Kfz und Tankstellen) betrugen 1988 je
Einwohner: Boppard 3345,01 Mark, Emmelshausen 3788,76, St.
Goar-Oberwesel 4003,45, Rheinböllen 1233,64, Kastellaun 7560,87,
Simmern 8091,95 und Kirchberg 2848,52 Mark.
Zehn Jahre später ein deutlich verändertes Bild: Boppard 5164,85
(plus 54,40 Prozent), Emmelshausen 5149,49 (plus 35,92 Prozent), St.
Goar-Oberwesel 3329,42 (minus 16,84), Rheinböllen 1394,45 (plus
13,03), Kastellaun 10 507,18 (plus 38,97), Simmern 15 914,77 (plus
96,67), Kirchberg 5770,38 Mark (plus 102,57 Prozent).
Einerseits - so Boppards Walter Bersch, der die Zahlen
zusammengetragen hat - gehörte der Hunsrück zum Fördergebiet der EU,
da er wohl schon immer als besonders bedürftig gegolten habe. Nicht
drin die vermeintlich reichen Gemeinden im Rheintal.
Was passiert wenn nichts geschieht? Dr. Bersch: "Die Schere geht
immer weiter auseinander. Die Rheingemeinden werden abgehängt, und der
Sog packt auch Emmelshausen." Simmern und Boppard seien die einzigen
Mittelzentren im Kreis, wobei die Kreisstadt den dreifachen Umsatz wie
Boppard erreicht habe, und sogar das Grundzentrum Kirchberg sei
"deutlich an Boppard vorbei gezogen", erschreckt es den
Kommunalpolitiker vom Rhein. "Seiner" Stadt bescheinigt Bersch ein "zu
geringes Angebot". Grundsätzlich müssten am Rhein die Hausaufgaben
besser gemacht werden.
Aber auch auf Kreisebene oder darüber hinaus sollten die Zahlen
nicht ohne Einfluss bleiben, setzt Walter Bersch auf die
Einsichtskraft politischer Gremien. Es gelte "Kompensation" zu
schaffen "für verlorene Wirtschaftskraft am Rhein". Das sei eindeutig
eine Aufgabe des Kreises. Gerhard Seib
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 26.08.2000
Bomag und Stadt spielen sich die Bälle zu
Jugendförderung durch Sportanlagen-Neubau in Boppard - Unternehmen
gibt eine Million dazu - Firmen-Namen für Stadion im Buchenauer Tal
Boppard baut die Sportstätten in Buchenau aus, nennt sie
Bomag-Stadion, und das erfolgreiche Wirtschaftsunternehmen hilft der
Stadt dabei. Gestern übergab Präsident Lothar Wahl einen Scheck -
Wert: eine Million.
BOPPARD. Was gut ist für die Bomag, ist gut für die Stadt Boppard.
Auch die umgekehrte Sichtweise hat ihren Charme. Diesen quasi
"ganzheitlichen" Aspekt stellten gestern Präsident Lothar Wahl vom
Weltmarktführer für Verdichtungsgeräte und Bürgermeister Dr. Walter
Bersch gemeinsam vor - festgemacht am Engagement des Unternehmens für
die Jugend und den Sport in Boppard.
Die Steilvorlage dazu kam vom Stadtrat, der einstimmig beschlossen
hat, die zentrale Sportstätte in Buchenau künftig als Bomag-Stadion
firmieren zu lassen. Das vor rund 43 Jahren in Boppard gegründete
erfolgreiche Unternehmen wiederum nutzte dies zum eleganten Rückpass.
Lothar Wahl übergab einen Scheck - Wert eine Million Mark -
Zielrichtung: Jugendförderung. Mit dem Geld und zwei weiteren
Millionen wird das ausgesprochen marode Stadion wieder Sport-tauglich
gemacht.
Angelegt wird ein Ersatzplatz mit Kunstrasen in
Meisterschaftspiel-Abmessungen, neu gebaut wird das Umkleidehaus,
abgebrochen werden die diesen Namen nicht verdienenden Tribünen, der
Hartplatz wird zum Naturrasen-Spielfeld veredelt, die Laufbahnen
erhalten einen neuen Kunststoff-Belag, Hochsprungfeld,
Weitsprung-Grube und Kugelstoß-Ring stehen ebenfalls auf dem Programm.
Baubeginn ist mutmaßlich im kommenden, vielleicht sogar noch in diesem
Jahr, für Ende '02 ist mit der Fertigstellung zu rechnen.
Präsident Wahl und das Unternehmen stehen der Förderung von Jugend-
und Vereinsarbeit im Sport höchst wohlwollend gegenüber: "Die Bomag
wird diese Aktivitäten weiterhin unterstützen in der Hoffnung, dass
eines Tages Sportler und Vereine durch besondere Leistungen über die
Region hinaus bekannt werden, was auch letztlich für den weiteren
Erfolg der Bomag von Nutzen wäre." Gedankt wurde für die Bereitschaft,
den Firmennamen dem Stadion zuzuerkennen.
Den Bürgermeister lobte Wahl ob seiner Ideen: "Als PR-Mann wären
Sie erstklassig", hieß das aus dem Munde des Experten für
erfolgreiches Wirtschaften, dessen Produkte in 150 Länder der Welt
verkauft werden, wobei der Standort Boppard (1200 Beschäftigte) mit 20
000 Maschinen pro Jahr 75 Prozent der Gesamtproduktion beiträgt. Wahl:
"Bomag ist der Werbeträger für Boppard und Boppard für Bomag."
Bürgermeister und Unternehmenslenker - beide im Hemdchen mit dem
Aufdruck "FC Bomag Boppard in Offensive" - hoben gemeinsam die
Anstrengungen um die Jugendbetreuung hervor. Einmal als
gesellschaftliches Anliegen, aber auch zum Nutzen des Unternehmens,
das motivierte Mitarbeiter gerne aus dem eigenen Azubi-Reservoir
rekrutiert.
Dem Fußball in Boppard soll - auch durch Bomag-Engagement - zu
neuer Blüte verholfen werden. Wie Bersch mitteilte sei daran gedacht,
die sechs Vereine in der Stadt speziell im Jugendbereich zur
Kooperation zu veranlassen, um endlich auch bei den Aktiven mit
besseren Leistungen als auf A-Klasse-Niveau aufwarten zu können. Die
Bomag, das sicherte Lothar Wahl zu, steht zur Seite. Gerhard Seib
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 30.08.2000
Aus Boppards Wald in die Duschkabine
Zertifizierter Grundstoff liefert Basismaterial für
Bürstenproduktion - Werbegeschenke der Stadt
BOPPARD. Das Bekenntnis der Stadt Boppard zur ökologischen
Waldbewirtschaftung zahlt sich nun auch wirtschaftlich aus. Als dritte
Kommune in der Bundesrepublik Deutschland hat sich die Stadt Boppard
vor zwei Jahren dazu entschlossen, ihren rund 3100 Hektar großen Wald
von Naturland, getragen von den Umweltorganisationen BUND, Greenpeace
und Robin Wood zertifizieren zu lassen. Das FSC-Zertifikat kam hinzu.
Bei der Entscheidung stand für den Stadtrat neben dem ökologischen
Gesichtspunkt auch der touristische Aspekt im Vordergrund: Wandern in
naturbelassenen Wäldern. Ein Bürstenfabrikant aus dem Odenwald hat nun
seine Produktion auf Bopparder Holz umgestellt. Bürgermeister Dr.
Walter Bersch hat eine Produktpalette aus Bopparder Holz zurückgeholt.
Nagelbürsten sowie sogenannte Kopfmassagebürsten, versehen mit der
Inschrift "Holz aus dem Stadtwald Boppard - zertifiziert von Naturland
und FSC" sind neueste Werbegeschenke der Stadt. Jüngst (wir
berichteten) machte eine Aktionsgruppe von Robin Wood auf den
Bopparder Stadtwald aufmerksam, als sie mit einem Floß aus Bopparder
Baumstämmen den Rhein hinabfuhr. Bürgermeister Walter Bersch: "Wir
können stolz auf unseren Wald sein. Im Forstwirtschaftsplan schreiben
wir schwarze Zahlen und können eindrucksvoll belegen, dass unser
Bekenntnis zur Ökologie auch wirtschaftlichen Nutzen hat."
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 07.09.2000
Den Kulturstandort Boppard stärken
Vereine, Nachbarschaften und Kulturtreibende sollen sich einbringen
- Gespräch angeregt
BOPPARD. Der Kultursommer Rheinland-Pfalz jährt sich im nächsten
Jahr zum zehnten Mal. Unter dem Motto "Stadt, Land, Fluss" sind alle
Kulturveranstalter in Rheinland-Pfalz aufgerufen, sich mit
finanzieller Unterstützung des Landes am Kultursommer 2001 zu
beteiligen und somit das wechselseitige Verhältnis von Kultur und
Natur zu thematisieren. In einem Schreiben an alle Vereine,
Nachbarschaften und Kulturtreibende in der Stadt Boppard hat
Bürgermeister Dr. Walter Bersch zur Teilnahme am Kultursommer 2001
aufgerufen.
Die Anträge auf Projektförderung können ab sofort bei der
Stadtverwaltung Boppard, (Frank Schröder, Tel. 06742/103-34)
angefordert oder abgeholt werden. Antragsschluss: 30. Oktober.
Auch die Stadt Boppard will im nächsten Jahr wieder ihren Beitrag
zum Bopparder Kulturleben leisten. Das Flaggschiff des Kultursommers,
"Palatino - die Tour 2001", kommt vom 11. bis 13. Mai mit großem
Kulturzelt nach Boppard. Da heißt es wieder: Gut zwei Stunden
Top-Comedy, Clownerie, Rock'n'Roll & Pop-Musik.
Erstmals seit Jahren wird gemeinsam mit Villa Musica in Boppard
wieder ein Klassik-Konzert aus der Reihe "Podium junger Künstler"
veranstaltet. Das Bläserquintett Scholz führt am 18. Mai in der Aula
der Bundesakademie Musik aus Klassik, Romantik und Moderne auf.
Der Bürgermeister: "Bei der Planung und Vorbereitung der
Veranstaltungen von Vereinen, Nachbarschaften und Kulturtreibenden
sollte darauf geachtet werden, dass es besonders im Mai 2001 keine
Überschneidungen zu den Terminen von Palatino und Villa Musica gibt."
Für das Jahr 2001 wird erstmals ein ganzjähriger
Veranstaltungskalender in ansprechender Aufmachung gedruckt. Bis zum
30. November 2000 sollen daher alle Veranstaltungen der Vereine,
Nachbarschaften und Kulturtreibenden an die Stadtverwaltung Boppard
gemeldet werden. Der Meldebogen liegt den Vereinen bereits vor. Nur so
ist gewährleistet, dass zu Beginn des Jahres 2001 den Bürgern und
Gästen ein aktueller und vollständiger Veranstaltungskalender
vorliegt, der dann auch auf der Internet-Homepage der Stadt Boppard (www.boppard.de)
präsentiert wird.
Bürgermeister Dr. Bersch lädt alle Vereine, Nachbarschaften und
Kulturtreibende für 18. Oktober, 19.30 Uhr, in den Sitzungssaal des
Alten Rathauses in Boppard zu einem Gespräch ein: "Die Pläne zur
Umgestaltung der Kurtrierischen Burg sowie die Errichtung einer
Stadthalle im ehemaligen Hotel Zum Römer sind gerade für die
Kulturtreibenden in der Stadt Boppard von immenser Bedeutung. Diese
geplanten Investitionen werden erheblich dazu beitragen, den
Kulturstandort Boppard zu stärken und in den nächsten Jahren nach
vorne zu bringen. Gerade die Vereine und Nachbarschaften sind es, die
mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit das kulturelle Angebot in erheblichem
Maße mitgestalten. Wir wollen daher gemeinsam erörtern, welche
Verbesserungen im Zusammenspiel zwischen Vereinen, Nachbarschaften,
Kulturtreibenden und der Stadt Boppard möglich sind."
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 11.10.2000
Die Stadtteile fahren voll aufeinander ab
Eigene Fahrpläne für die Bopparder Ortsbezirke werden demnächst an
die Haushalte verteilt
BOPPARD. Die Stadtverwaltung Boppard hat erstmals für die
verschiedenen Ortsbezirke eigene Fahrpläne herausgegeben, denen
jeweils die verschiedenen Busverbindungen in die City zu entnehmen
sind. Außerdem sind die Zeitkorridore angegeben, in denen das
verbilligte Andi-Ruftaxi in Anspruch genommen werden kann. In diesen
Zeiten kostet die Taxifahrt von der Wohnung zum gewünschten Ziel in
Boppard genauso viel wie im Bus. Hinzu kommt ein Komfortzuschlag von
zwei Mark. Bürgermeister Dr. Walter Bersch zum Thema "Boppard fährt":
"Wir wollen die Verbindung der Ortsbezirke sowohl untereinander als
auch zur Kernstadt deutlich verbessern. Eisenbahn, Bus und
Andi-Ruftaxi ergänzen sich. Verbesserungsverschläge und Anregungen
nehmen wir gern entgegen." Die Fahrpläne werden in nächster Zeit an
die Haushalte verteilt.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 14.10.2000
Bersch als Chef
Forum Mittelrhein
MITTELRHEIN. Dr. Walter Bersch soll das "Forum Mittelrheintal"
führen. Diesen Vorschlag unterbreitet der Vorstand den Mitgliedern am
Montag, 16. Oktober, bei der Versammlung in Lahnstein (ab 18.30 Uhr in
der Stadthalle). Wenn das Plenum zustimmt, tritt der Bopparder
Bürgermeister in die Fußstapfen von Wolfgang Schmitt, dessen Amtszeit
als Bürgermeister von St. Goar-Oberwesel im Frühjahr abläuft.
Mit dem Übergang von Schmitt zu Bersch ist auch ein
Hauptstadt-Wechsel verbunden. Boppard ist künftig die Forum-Zentrale.
Geschäftsführer Dr. Heino Rönneper, der zurzeit im Oberweseler Rathaus
sein Büro hat, zieht demnächst 22 Kilometer rheinabwärts. (ww)
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 09.11.2000
Genossenschaft investiert 1,2 Millionen in Boppard
BOPPARD. Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Rhein-Lahn-Westerwald
eG, die mit Wirkung zum 1.Januar 1999 von der Stadt Boppard 42
Wohnungen (Humperdinckstraße, Gedeonstraße und Buchenauerstraße)
erworben hat, hat bereits in ihrem ersten Jahr enorm in Boppard
investiert. Bei der Mitgliederversammlung in Lahnstein war dem
vorgelegten Jahresabschluss 1999 zu entnehmen, dass rund 1,2 Millionen
Mark im abgelaufenen Wirtschaftsjahr in die Modernisierung der
Bopparder Wohnungen investiert wurden. Bürgermeister Dr. Walter Bersch
dankte dem Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Peter Bruch (Mdl) für dieses
außerordentliche Engagement in Boppard und machte hierbei deutlich,
dass der Verkauf der ehemals städtischen Wohnungen an die
Baugenossenschaft der richtige Schritt gewesen sei. Die Stadt Boppard
hätte diesen Modernisierungsschub in so kurzem Zeitraum nicht leisten
können. Die Mieter seien die großen Nutznießer, die weiterhin über
preiswerte Wohnungen verfügten, so der Bürgermeister
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 24.11.2000
Für Lücken-"Wirtschaft" muss Stadt büßen
Nichtbebauen von Neubaugebieten führt zu Finanzausfall in Boppard
von rund 600 000 Mark - Bürgermeister kündigt Gegenmaßnahmen an
Es ist das "alte Lied" in Boppard: In der Vergangenheit wurden
mehrere Neubaugebiete geschaffen, anschließend aber nur unzureichend
bebaut. Das heißt: Die von der Stadt mit hohem Aufwand erschlossenen
Grundstücke wurden von deren Eignern häufig als Geldanlage "auf Halde
gelegt". Dagegen will der Bürgermeister nun vorgehen.
BOPPARD. Die Stadt Boppard und zuvor die zehn Gemeinden in der
Verbandsgemeinde Boppard haben mit großem Kostenaufwand bis heute 21
Bebauungspläne für neue Wohngebiete ausgewiesen, die zum Teil nach
Jahrzehnten immer noch nicht vollständig bebaut sind - allein in
diesen regulären Neubaugebieten 192 Baugrundstücke. Der Stadtkasse
entgehen jährliche Einnahmen von circa 600 000 Mark.
Zu viel meint Bürgermeister Dr. Walter Bersch und will demnächst
den Stadtrat erneut über diesen - wie er sagt - Missstand beraten
lassen. Allein in dem Baugebiet "Auf dem Ellig" in Bad Salzig seien 71
Baulücken zu verzeichnen. Die erstmalige Erschließung erfolgte vor
rund zehn Jahren. Ein ähnliches Missverhältnis sei für das Baugebiet
"In den Gassen" in Udenhausen zu erkennen, wo es nach einem
Vierteljahrhundert immer noch 14 Baulücken gebe.
"Die Altfälle müssen bald geregelt werden. Das Baugesetzbuch bietet
eindeutige Vorgaben. Es kann nicht angehen, dass
Grundstückseigentümer, die keinen berechtigten Eigenbedarf nachweisen
können, teilweise mehrere Baugrundstücke für Spekulationszwecke
ungenutzt liegen lassen. Dies kann dem Steuerzahler auf Dauer nicht
zugemutet werden", meint der Bürgermeister.
Die Stadt habe mit der verstärkten Ausweisung von Neubaugebieten
die Baulandpreise deutlich nach unten gedrückt, sagt Bersch.
Beispielsweise wurden seit Jahren in Buchholz bebaubare Grundstücke
mit weit mehr als 200 Mark pro Quadratmeter gehandelt. Nachdem die
Stadt jetzt auf einen Schlag 50 Baugrundstücke bei voller Erschließung
zum Quadratmeter-Preis von 118 Mark auf den Markt gebracht hat, seien
die Bodenpreise am Purzeln. Bersch: "Wir werden auch in den anderen
Ortsbezirken mit Neubaugebieten in angemessener Größe entsprechend dem
Bedarf nachziehen, so dass es keinen sachlichen Grund mehr gibt,
Grundstücke zu horten."
Die Stadtverwaltung hat in jüngster Vergangenheit die
Grundstückseigentümer der 192 unbebauten Grundstücke angeschrieben und
um eine Stellungnahme gebeten. Die Resonanz war derart gering, dass
die unbeantworteten Schreiben nochmals angemahnt worden. Rund 31
Prozent der Grundstückseigentümer haben bis heute immer noch nicht
geantwortet und seien somit dem Mitwirkungsgebot des Baugesetzbuches
nicht nachgekommen, betont der Bürgermeister. In zwölf Prozent der
Fälle wurde eine Bebauung in den nächsten fünf Jahren angekündigt.
Weitere 25 Prozent teilten mit, dass eine Bebauung in den nächsten
fünf bis zehn Jahren erfolgen solle. 30 Prozent wollen noch später
bauen. In drei Prozent der Fälle wurde die Verwaltung gebeten, bei der
Grundstücksvermittlung behilflich zu sein.
Bezogen auf die einzelnen Baugebiete fallen die Zahlen sehr
unterschiedlich aus. Dr. Walter Bersch: "In bestimmten Bereichen wird
ohne Erlass eines Baugebotes keine vertretbare Entwicklung möglich
sein." Ein krasses Beispiel seien die 71 unbebauten Grundstücke im
Neubaugebiet "Ellig". Dort sollen nur zehn Grundstücke in den nächsten
fünf Jahren bebaut werden, in den restlichen 61 Fällen ergingen
teilweise keine Antworten, teilweise wurden spätere Zeiträume
angegeben. Im Neubaugebiet "In den Gassen" in Udenhausen besteht in
keinem der 14 Fälle eine Bauabsicht in den nächsten fünf Jahren.
Bürgermeister Bersch abschließend: "Wir müssen eine Antwort darauf
finden, wie lange sich die von den Steuerzahlern finanzierte Stadt
dies noch leisten kann." (sv)
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 25.11.2000
Rüdesheim kommt zurück ins "Boot"
Walter Bersch leistete Überzeugungsarbeit
MITTELRHEIN. Fünf Stunden leistete er Überzeugungsarbeit und
erreichte sein Ziel: Die Stadt Rüdesheim wird dem Forum Mittelrhein
wieder beitreten und der Rheintal-Charta zustimmen. So der (neue)
Wille der dortigen SPD. Dr. Walter Bersch, Vorsitzender des Forums und
Bürgermeister von Boppard, zeigte sich gestern gegenüber der
Rhein-Hunsrück-Zeitung hoch erfreut angesichts dieses Resultats. Bis
in die frühen Morgenstunden dauerte der Diskussionsmarathon mit seinen
Rüdesheimer Genossen.
Dabei, so wurde Bersch klar, hätte es der sozialdemokratischen
Ablehnung eigentlich gar nicht bedurft. Knackpunkte für die
Rüdesheimer SPD-Fraktion lagen im Handlungskonzept der
Planungsgemeinschaft Mittelrhein, wonach beispielsweise Hecken in
Weinberge gepflanzt werden sollen. Nur wird dieses Handlungskonzept im
Antrag an die Unesco zur Unterschutzstellung des Mittelrheintales als
Weltkulturerbe gar nicht erwähnt. Die Rüdesheimer
Stadtverordnetenversammlung befasst sich am 8. Dezember mit dem Thema.
Verursacht durch das späte Ende machte Bersch noch eine ganz
besondere Erfahrung: Lange nach Mitternacht fährt natürlich keine
Fähre mehr, und Boppards "Stadtoberhaupt" musste von Rüdesheim über
Koblenz ins heimische Oppenhausen fahren. Bersch: "Das war so trostlos
wie früher an der deutsch-deutschen Grenze. Nach der Erfahrung bin ich
mit noch mehr Nachdruck für den Bau einer Brücke über den Rhein."
Michael Maurer
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 06.12.2000
Noch klemmt es beim Sparkassen-Umzug
Direktorium erwartet dennoch positives Votum des Verwaltungsrats zu
neuem Standort in Boppard - Kommunalpolitik sieht Riesenchance für
Stadthalle
Sparkassen-Umzug und Stadthallen-Neubau in Boppard sind auch nach
der mit Spannung erwarteten Sitzung des Bank-Verwaltungsrats eine
Hängepartie. Kreispolitiker haben (noch?) Bedenken gegen den
Standort-Wechsel. Boppard-Politiker drängen auf Umsetzung der Pläne.
Von Gerhard Seib
BOPPARD. Noch nicht zu einer Entscheidung über die Umsiedlung
der Kreissparkasse in Boppard durchringen mochte sich in seiner
jüngsten (nicht öffentlichen) Sitzung der Verwaltungsrat des
Bankinstituts. Bedenkenträger aus dem politischen Raum
(CDU-Kreistagsfraktion, dabei auch der Bopparder Willi Nickenig)
machten dem Vernehmen nach Vorbehalte geltend gegen den vom
Direktorium der Kreissparkasse empfohlenen Wegzug aus dem angestammten
Gebäude am Marktplatz/Fußgängerzone hin in ein noch zu errichtendes
Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum am Bahnhof.
Sie stellten sich dabei auch gegen eine in Boppard von breitester
politischer Mehrheit - auch von den Christdemokraten - getragene
Auffassung, der Sparkasse den Umzug an den neuen Standort mit 2,75
Millionen Mark zu versüßen, um am Platz des doch reichlich in die
Jahre gekommenen Kassen-Altbaus im Zentrum der Stadt die seit geraumer
Zeit gemeinsam angestrebte Stadthalle errichten zu können.
In einem zweiten Anlauf wird am 18. Dezember die Thematik
"Kreissparkasse" erneut angegangen, wie deren Chef, Direktor Dieter
Merten, unserer Zeitung auf Anfrage bestätigte und dies nach dem
Sitzungsverlauf mit "weiterem Erörterungsbedarf" (durch das politische
Umfeld der Bank. Red.) begründete. Merten räumte am Dienstag im
Gespräch mit unserem Blatt aber ein, er erwarte in zwei Wochen "ein
positives Votum im Sinne der Vorlage" des Direktoriums.
Bürgermeister Dr. Walter Bersch (SPD), der die
Umsetzungsmodalitäten mit dem Bankhaus sozusagen unterschriftsreif
ausgehandelt hat, zeigte Verwunderung ob der eingetretenen Verzögerung
durch die - wie er formulierte - "Hinhaltetaktik der politisch
Andersgläubigen" auf Kreisebene, ist gleichwohl aber davon überzeugt,
dass die Bank mit dem Standortwechsel auch betriebswirtschaftlich die
richtige Entscheidung trifft, denn in das Alt-Gebäude müsse durch den
Umzug nichts mehr investiert werden. Dass die Bank am Bahnhof richtig
platziert sei angesichts der Sanierungs-Planungen (RHZ vom 1.
Dezember: "Zwei Ideen könnten Boppard verändern") in diesem
City-Quartier, hält Bersch ohnehin für unbestritten, sowohl in der
Stadt, als auch bei der Sparkassen-Spitze.
Dass sich dabei Boppards Kommunalpolitik im Zentrum der Kernstadt
geradezu einmalige Perspektiven in Sachen Stadthalle eröffneten,
bewertet Bersch im Gespräch mit unserer Zeitung als ausgesprochenen
Glücksumstand.
Diese Einschätzung teilt auch Dr. Jürgen Mohr, Ortsvorsteher der
City und Fraktionsführer der CDU im Stadtrat Boppard. Gegenüber
unserem Blatt betonte er gestern auf Anfrage: "Das ist die Gelegenheit
zumindest des Jahrzehnts. Dafür muss man alle Ampeln auf Grün
stellen." Eine Stadthalle am Marktplatz, das sei für ein solches
Vorhaben der strategisch günstigste Standort. Der Kaufpreis sei zwar
"nicht billig, aber angemessen". Sollte das Verwaltungs- und
Dienstleistungszentrum am Bahnhof gebaut werden, will sich Dr. Mohr
auch für eine Tiefgarage unterm Bahnhofsvorplatz stark machen und kann
sich dazu auch eine städtische Beteiligung vorstellen.
Für die nächsten Tage kündigte Jürgen Mohr ein Gespräch mit den
Sparkassen-Verwaltungsratsmitgliedern Willi Nickenig und Hans-Josef
Bracht (CDU-Kreisvorsitzender, Rheinböllen) an, um ihnen die
Interessenlage der Stadt zu verdeutlichen.
Mohr glaubt ungeachtet dessen daran, dass "es am 18. Dezember zu
einem guten Abschluss kommen wird", und ist überzeugt, es gehe "nur
noch um Nuancen" in der derzeit unterschiedlichen Bewertung. Seinen
Parteifreunden - so glaubt der CDU-Mann erkannt zu haben - liege an
einer im Zentrum der Stadt verbleibenden Anlaufstelle der Sparkasse.
Der von Mohr geführte Ortsbeirat hat übrigens am Montagabend die
Umsetzungspläne für die Sparkasse und die sich daraus ergebenden
Vorstellungen zum Stadthallen-Bau einstimmig gebilligt.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 14.12.2000
Endspurt zum Welterbe Mittelrhein
Antrag an die UNESCO steht - Land gibt 50 Millionen Mark für
bessere Infrastruktur und Renovierung von Baudenkmälern
Für das Welterbe Mittelrheintal drängt die Zeit: Wegen des neuen
UNESCO-Beschlusses, bei der Vergabe des Prädikates "Welterbe" künftig
die Länder mehr zu berücksichtigen, die bisher weniger vertreten sind,
haben deutsche Projekte künftig deutlich geringere Chancen.
Von Claus Ambrosius
RHEINLAND-PFALZ.Die Landesregierung drückt auf die Tube: Sie
will das Mittelrheintal doch noch in den Genuss des begehrten Labels
"Welterbe" bringen. Vorgestern fiel der Entschluss, das Gütesiegel zu
beantragen. Wenn in wenigen Tagen die hessische Landesregierung
gleichlautend beschließt, könnte der Antrag bis Ende des Jahres die
UNESCO erreichen und mit etwas Glück noch nach den Regeln des alten
Aufnahmeverfahrens bearbeitet werden.
Als Regierungsbeauftragter für das Anerkennungsverfahren hat
Staatssekretär Joachim Hofmann-Göttig bei Gesprächen mit Bürgern im
Mittelrheintal in den letzten Monaten viel Verzagtheit erfahren:
"Weitermachen wie bisher kann keine Lösung sein", stellte er bei der
Pressekonferenz zur Vorstellung des Antrages fest. Den
Einwohnerverlust, die Überalterung, die negative
Arbeitsplatzentwicklung und den zurückgehenden Tourismus nannte
Hofmann-Göttig als einige der Punkte, gegen die man mit der Initiative
Welterbe vorgehen wolle. Für Verbesserungen in der Infrastruktur - für
den Verkehr und auch für Restaurierungsmaßnahmen an Burgen und
Schlössern - stellt das Land 50 Millionen Mark zur Verfügung.
"In vergangenen Jahrhunderten ging es den Menschen am Rhein immer
gut, der Negativtrend ist eine Entwicklung der letzten 50 Jahre",
berichtete Walter Bersch, Bürgermeister von Boppard und Vorsitzender
des Forums Mittelrheintal.
Von der Ernennung der Region zum Welterbe versprechen sich beide
Politiker einen Aufschwung für das Mittelrheintal, das - so
Hofmann-Göttig - zur aufstrebenden Region mit neuen Perspektiven
werden soll. Wenn der Antrag noch in diesem Jahr von der UNESCO
angenommen wird, könnte das Welterbe Mittelrheintal im Juni 2002
Realität werden, hofft man bei der Landesregierung.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 14.12.2000
Weltkulturerbe-Antrag ist auf Weg
Infrastruktur verbessern und künftiges "UNESCO-Land" für die
Aufgaben fit machen - Dr. Bersch im Redaktionsgespräch
Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat dem Antrag zur
Aufnahme des Mittelrheintales in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO
zugestimmt. Ein entsprechender Beschluss der hessischen
Landesregierung wird am kommenden Dienstag erwartet. Dann soll noch in
diesem Jahr der Antrag über das Auswärtige Amt an die UNESCO
weitergegeben werden. Die könnte bis Juni 2002 entscheiden!
RHEIN-HUNSRÜCK. Gute Nachrichten konnte Dr. Walter Bersch,
Vorsitzender des Forums Mittelrheintal, gestern in der
"Rhein-Hunsrück-Runde", dem zweiten lokalen Redaktionsgespräch unserer
Zeitung verkünden. Bersch reiste geradewegs aus der
rheinland-pfälzischen Staatskanzlei in Mainz an, wo er gemeinsam mit
dem Beauftragten der Landesregierung für das Anerkennungsverfahren des
UNESCO-Welterbe Mittelrheintal, Staatssekretär Dr. Joachim
Hofmann-Göttig, in einer Pressekonferenz den aktuellen Stand
verkündete.
In unserer Schwerpunktredaktion Simmern stellte er sich
anschließend dem Gespräch. Infrastrukturverbesserung ist für den
Vorsitzenden des Forums Mittelrheintal, Boppards Bürgermeister Dr.
Walter Bersch, ein ganz wesentliches Ziel, um das künftige
"UNESCO-Land" für die noch vor der Region liegenden Aufgaben fit zu
machen. Darin spiele die dauerhafte Querung am Mittelrhein für ihn
eine entscheidende Rolle, betonte der Forum-Vormann gestern in der
Rhein-Hunsrück-Runde unserer Zeitung.
Das liege im Interesse der am Fluss lebenden Bürger, trage zum
Zusammenwachsen der Region wesentlich bei und stärke sie damit
wirtschaftlich. Auch könne der Rhein - wie angestrebt - als erlebbare
Kulturlandschaft vermehrt erst dann touristisch genutzt werden, wenn
dem Gast es jederzeit und ohne unzumutbare Umwege möglich sei, von
einem Ufer aufs andere zu wechseln. Bersch: "Damit erhöht sich der
Erlebniswert des Tals ganz deutlich, und die doch rapide gesunkene
Verweildauer der Gäste in unseren Gemeinden wird angehoben."
Eine wie auch immer geartete "Aktion Käseglocke" lehnt der
Forum-Vorsitzende ab. Es könne nicht angehen, lediglich den Status quo
am Mittelrhein erhalten zu wollen und "nur noch Schönheitsreparaturen"
da und dort zu bewerkstelligen, "ab sofort aber mit der Gestaltung
aufzuhören". Er hält es vielmehr durchaus mit den Zielen der UNESCO
vereinbar, eine angemessene Fortentwicklung im Tal zu betreiben, wofür
ja schließlich auch die vom Land zugesagten 50 Millionen Mark
zusätzlich zum ohnehin Vorgesehenen verwendet werden sollten. Dass
dabei im Einzelfall auch mal eine 100-Prozent-Förderung des einen oder
anderen Vorhabens verbunden sein sollte, sei für ihn geboten, betonte
Bersch und riet vom bisher geheiligten Prinzip auch mal abzuweichen,
erst dann Landesförderung fließen zu lassen, wenn die Gemeinde selbst
ihren Kommunalanteil schultere. Das sei nämlich oftmals gar nicht
möglich.
Dabei gelte es auch neue Finanztöpfe anzuzapfen. Dr. Walter Bersch:
"Was spricht eigentlich dagegen, das UNESCO-Land als Zielfördergebiet
der EU vorzusehen?"
Das Gespräch führten Gerhard Seib, Michael Maurer und Bert Baden.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 19.12.2000
Krankenhaus auf Partner-Suche
Hospital in Boppard bestätigt "Verhandlungen" im Januar mit drei
Einrichtungen in der Nachbarschaft - Allein überfordert?
Das Krankenhaus Boppard sucht einen starken Partner. Die
Verwaltungsdirektorin hat dafür schon mal den Begriff "Fusion"
gebraucht. Wir sprachen mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Hans Reiss.
Von Gerhard Seib
BOPPARD. Anzeichen deuten darauf hin, dass dem Krankenhaus in
Boppard organisatorische Änderungen bevorstehen könnten. Hans Reiss,
Vorsitzender des Kuratoriums des "Hospitals zum Heiligen Geist"
bestätigte unserer Zeitung auf Anfrage im Januar geplante
"Verhandlungen" mit Trägern anderer Krankenhäuser. Zielrichtung: enge
Zusammenarbeit - oder gar mehr?
Bei der Betriebsweihnachtsfeier jüngst verwendete
Verwaltungsleiterin Bianca Pfeuffer für die angestrebte Lösung von
Problemen den Begriff "Fusion". Und - so Ohrenzeugen: Jeder
Arbeitsplatz, auch der der Verwaltungsdirektorin, stünden auf dem
Prüfstand, hieß es.
Hans Reiss betonte gegenüber unserem Blatt, es seien in der
Vergangenheit schon "Gespräche" geführt worden - so 1995 mit dem
Krankenhaus-Verbund St. Goar-Oberwesel und 1996 mit dem Evangelischen
Stift Koblenz, doch jetzt sollen aus diesen "losen" Kontakten
"richtige Verhandlungen" werden. Für Reiss gilt es auszuloten, ob
"eine Kostenreduzierung durch Synergieeffekte erreicht" werden könne,
vorausgesetzt, man finde die entsprechenden "Partner". Zu suchen wohl
bei der für Oberwesel/St. Goar zuständigen Marienhaus-Gesellschaft
Sitz Waldbreitbach, beim "Stift" in Koblenz oder dem in der
Rhein-Mosel-Stadt beheimateten "Brüderkrankenhaus". Als weniger
erfolgversprechend beurteilt er Kontakte mit der Stiftung "Bethesda
St. Martin" (Boppard), deren Ausrichtung eben mehr in der
Altenbetreuung zu suchen sei, so Hans Reiss.
Der Kuratorium-Vormann sieht "immer mehr Verwaltung" auf die
Krankenhäuser zukommen, was ein Anwachsen des dafür benötigten
"Wasserkopfes" (Reiss) bedeute, wodurch das Führen kleiner
Einrichtungen, entsprechend dem Hospital in Boppard, zunehmend
schwieriger werde.
Schon einmal, im vergangenen Sommer, war das Krankenhaus Boppard in
die Diskussion geraten. Während Bürgermeister Dr. Walter Bersch
seinerzeit umgehenden Handlungsbedarf in Sachen Kuratorium (es lenkt
die Angelegenheiten des Krankenhauses. Red.) und
betriebswirtschaftlicher Führung des Hospitals angemahnt hatte, dafür
aber von der Einrichtung gescholten worden war, sah man die Lage bei
"Heilig Geist" in Boppard damals offiziell in milderem Licht.
Verwaltungsdirektorin Bianca Pfeuffer in einem Leserbrief an unsere
Zeitung: "Am Ende wird der Markt entscheiden, welches Haus noch
existiert. Dabei wird das Krankenhaus weniger durch politische
Kontakte gesichert, als vielmehr durch eigene überzeugende Leistungen
auf Grundlage bedarfsgerechter Konzepte und einer zukunftsfähigen
strategischen Ausrichtung." Und Pflegedirektorin Doris Seis hatte dem
Bürgermeister damals (wir berichteten) vorgehalten "wir liegen im
Korridor für gute Ergebnisse".
Das - so scheint es - ist Schnee von gestern. Heute wird eine
geänderte Strategie verfolgt. Und auch die kommunale Politik nimmt
sich nun offiziell des Themas an. Es geht konkret um die "Zukunft des
Krankenhauses Boppard". Termin: 5. Februar, Stadtrat. Mit etwa 300
Bediensteten ist das Krankenhaus Boppard der zweitgrößte Arbeitgeber
in den Mauern der Stadt.
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 22.12.2000
Groß-Boppard seit 25 Jahren auf dem Plan
Neue Stadt offiziell zum 1. Januar 1976 aus zehn Gemeinden gebildet
- Kleine Rückschau und Ausblick - Bürgermeister: "Chancen der Zukunft
nutzen"
Das klassische Boppard ist uralt. Kelten, Römer und Franken haben
dort gesiedelt. Attraktive, strategische Lage und wertvoller
Weinbergsbesitz ließen Boppard die Aufmerksamkeit der "Mächtigen"
zuteil werden, was in der Reichsunmittelbarkeit der Stadt ihren
Höhepunkt fand. Kurtrier griff dann, als die politische Lage günstig
war zu, womit der Abstieg begann. Neu entdeckt als "Perle am Rhein"
wurde Boppard weniger durch die Rheinromantiker als Ende des 19.
Jahrhunderts durch Zuzug wohlhabender Senioren aus dem
rheinisch-westfälischen Raum. Boppard mauserte sich zu einem
reizvollen Städtchen, das seit 1976 durch "Einheirat" in neun Dörfer
seine Basis verbreiterte.
BOPPARD. Die neue Stadt Boppard wird 25 Jahre alt. Einst unter
"Schmerzen" geboren - zumindest in Bad Salzig und in Udenhausen hielt
sich die Begeisterung ob des Zusammenschlusses doch sehr in Grenzen,
zum Teil bis heute - hat sich das Kunstgebilde aus zehn einst
selbstständigen Orten inzwischen doch einigermaßen "berappelt", so
dass einer ausgiebigen Feier im Sommer (7. September 2001) nichts im
Wege stehen dürfte. Offiziell zum 1. Januar 1976 trat das größere
Boppard auf den Plan.
Mitmacher sind seither die Gemeinden, die ab der Gebietsreform 1969
bereits die Verbandsgemeinde ausmachten und Boppard, Bad Salzig,
Hirzenach, Holzfeld, Rheinbay, Weiler, Buchholz, Herschwiesen,
Oppenhausen und Udenhausen zum großen Ganzen zusammenfügten. Über eine
Fläche von 7514,1508 Hektar breitet sich die Stadt am Rhein und auf
der Höhe aus, bietet rund 17 000 Einwohnern Raum, ist eine von drei
Einheitsgemeinden im Land, Kreis-angehörig, hat eine der größten
Kommunalwaldungen in Rheinland-Pfalz, eine nach Landes-Maßstäben doch
sehr geringe Pro-Kopf-Verschuldung (419,60 Mark) und schickt sich an,
größere Dinge zu stemmen (u.a. Stadthalle, Burg-Ausbau,
Stadion-Sanierung, Erlebnisbad) - wenn auch nicht gerade unmittelbar
bevorstehend.
Drei Bürgermeister führten seit 1976 die Stadt: Günter Linnenweber,
Wolfgang Gipp und Dr. Walter Bersch. Dieser, seit 1997 im Amt, betont:
"Die Stadt Boppard hatte in den zurückliegenden 25 Jahren immer eine
kritische Begleitung, galt es doch den Ausgleich zu finden zwischen
den sowohl in Quantität als auch in Qualität so unterschiedlichen
Ortsbezirken." Das sei nicht immer einfach gewesen, sagt das
Stadtoberhaupt. Dem "regelmäßig wiederkehrenden Hinweis auf Defizite
im Hinblick auf Bürgernähe oder Blockade von kreativen
Selbstentwicklungen in den Stadtteilen" sei "nicht kategorisch zu
widersprechen". Und er fügt hinzu: "Der neu geschaffene Verbund hat
auch zahlreiche Chancen eröffnet. Das Zusammenleben hat die
Kommunalpolitik dazu gebracht, voneinander zu lernen. Darüber hinaus
kann jeder Ortsbezirk im Bedarfsfall mit der Solidarität der starken
Gesamtstadt rechnen."
Die im nunmehr abgelaufenen Jahr erstmals zur Verfügung gestellten
kleinen Budgets (zusammen 100 000 Mark) für die Stadtteile mit frei
verfügbaren Haushaltsmitteln haben - so Dr. Bersch - "in Verbindung
mit enormen Eigenleistungen in besonderer Weise das Eigenleben in den
Ortsbezirken gefördert".
Nun gelte es die "Chancen der Zukunft zu nutzen", betont der
Bürgermeister und erinnert an die "besondere Mittelrheintal-Förderung"
der Landesregierung, die die Stadt in den Stand versetze, "die
Strukturschwächen" der Talgemeinden Boppard, Bad Salzig und Hirzenach
zu beheben. Bauliche Entwicklung auch auf den Höhen und eine Stärkung
der Wirtschaftskraft durch Ansiedlung von Industrie und Gewerbe im
"Hellerwald" mit einer "Vervollständigung der Grundversorgung im
Einzelhandel" sieht Bersch als Garanten für gesicherte finanzielle
Rahmenbedingungen.
Zum 25-jährigen Bestehen der Neu-Stadt erscheint der Band III der
Stadtgeschichte, der Boppard seit 1945 beleuchtet und Ende Januar der
Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Ein weiterer "Baustein" am
Haus von "Groß-Boppard". Gerhard Seib
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 29.12.2000
Zeichen setzen gegen das Vergessen
Stadtrat Boppard stimmte Konzeption für Mahnmal zu - Standort
Ehrenhain Buchenau - Entwurf: Künstler Volker Gerlach
Boppard erhält ein Mahnmal für die während der Zeit des
Nationalsozialismus durch die politischen Ereignisse ums Leben
gekommenen einstigen Mitbürger. Der Stadtrat stimmte mehrheitlich zu.
BOPPARD. "Ein sensibles Thema sehr gut vorbereitet", so sah
Boppards Bürgermeister den Tagesordnungspunkt "Mahnmal" in der letzten
Sitzung des Stadtrats im alten Jahr. Dennoch konnten sich am Ende
nicht alle Räte unter dem Dach der Einstimmigkeit sammeln.
Bei zwei Gegenstimmen (Dr. Heinz Bengart und Hajo Simon, Grüne) gab
es aber eine breite Mehrheit für das vom Düsseldorfer und Bopparder
Künstler Volker Gerlach (59) erarbeitete Projekt, das am Ehrenhain von
Boppard City in Buchenau verwirklicht werden soll.
Der Bürgermeister hatte quasi folgende Losung als Begründung für
das Mahnmal ausgegeben, die vom Stadtrat mehrheitlich so akzeptiert
wurde: "In der früheren Stadt Boppard, dem heutigen Ortsbezirk
Boppard, gibt es kein herkömmliches Denkmal, mit dessen Hilfe
beispielsweise wie in den übrigen Ortsbezirken der Stadt zumindest der
gefallenen Soldaten gedacht wird. Diese auffällige Tatsache wird von
den Angehörigen, aber auch den gleichaltrigen Überlebenden beklagt.
Die Realisierung eines vergleichbaren Gefallenendenkmals ist gerade
in Boppard sehr problematisch, da sich in dem relativ kleinen
Gemeinwesen Boppard zwischen 1933 und 1945 nahezu alle Konflikte im
Kleinen abgespielt haben, wie sie auch in ganz Deutschland
stattfanden. So wurde eine große jüdische Gemeinde ausgelöscht. Der
Kommunist Karl Schwertel wurde ebenso wie der Vorsitzende des
SPD-Ortsvereins, Franz Schiefer, ermordet. Die Bombenangriffe der
Alliierten führten auch in Boppard zu einer großen Anzahl von zivilen
Opfern."
Die Stadt - so Dr. Walter Bersch - könne aus ihrer moralischen
Verpflichtung nicht entlassen werden. Im Zuge eines "herkömmlichen
Gefallenen-Denkmals" wäre die Aufgabe nicht lösbar, ist das
Stadtoberhaupt überzeugt und betont, es müsse "zum Ausdruck kommen,
dass Boppard auch für den Zeitraum zwischen 1933 und 1945 nicht so
geschichtslos ist, wie es für den außenstehenden Besucher zunächst den
Eindruck hat".
Letztlich fand der Entwurf von Volker Gerlach breite Zustimmung,
der das Mahnmal Boppard als eine "Einheit für die Vielzahl der Opfer
von 1933 bis 1945" sieht, für "Soldaten, Zivilopfer, Juden, politische
Opfer und Ungenannte". Leitthema ist: "Nie mehr wieder" in Verbindung
mit dem Artikel 1 Grundgesetz: "Die Würde des Menschen ist
unantastbar, sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller
staatlichen Gewalt."
Gerlach in seinen "Gedanken" zum Mahnmal: "Ehrenmal,
Kriegerdenkmal, Ehrenhain - dieses Thema war ja bisher immer von einem
gewissen Pathos besetzt: Schwere, Blut und Boden, Marmor und Bronze.
Meine Idee war, weil Kunst bedeutet, Geistiges sinnlich zu machen,
dieses Thema so anzugehen, aus diesem Materiellen, aus der Schwere,
aus dem Pathos, aus der Heroisierung der Taten oder auch der Leiden
das Pendel in eine andere Richtung zu bewegen." Daher sollte sein
Entwurf arbeiten "unter den Gedanken immateriell, leicht, transparent,
geistig, transzendent, spirituell". Er wolle "Räume schaffen,
Denkräume, die viel Freiheit lassen, viel Platz lassen für persönliche
Interpretationen, für persönliche Inspirationen, ganz persönliche
Befindlichkeiten, Eindrücke, Emotionen für Aktionen und Reaktionen".
Auf sieben Glasflächen werden unterschiedliche Gruppen von Opfern
namentlich "eingestrahlt": Die Gefallenen, Zivilopfer, Ungenannte und
politische Opfer und Juden. SPD-Sprecherin Monika Schönemann hält den
Entwurf "inhaltlich und künstlerisch für eine gelungene Sache".
CDU-Vormann Dr. Jürgen Mohr: "Das ist es."
Der Wortführer der Grünen, Dr. Heinz Bengart, bekundete "Probleme"
mit dem Denkmal. Opfer und potenzielle Täter seien auf einem einzigen
Gedenkstein erfasst. Ferner habe die jüdische Kultusgemeinde (Koblenz.
Red.) "nicht zugestimmt, dass so verfahren wird".
Außerdem warf er den Stadt-Verantwortlichen "Taktieren und
ungeschicktes Verhalten" in der Angelegenheit vor. Eine eventuelle
Zuständigkeit der jüdischen Gemeinde stellte Bürgermeister Walter
Bersch in Abrede. Die Namensliste für die Juden hat Gerlach im Übrigen
aus einer Liste des Landeshauptarchivs Koblenz entnommen. Außerdem, so
der Bürgermeister, habe man mit "anderen Vertretern, die über die
jüdischen Verhältnisse in Boppard geforscht haben, Kontakt gehabt". In
Boppard werde darauf verzichtet "den Versuch zu starten, historische
Verhältnisse nicht nur zu dokumentieren, sondern auch zu bewerten".
Die Stadt werde ein Mahnmal bekommen, um Zeichen gegen das Vergessen
zu setzen, so Bersch.
Die Gesamtkosten des Ehrenmals belaufen sich auf rund 100 000 Mark.
Etwa die Hälfte könne durch Sponsorengelder abgedeckt werden, hieß es
im Rat. Den Rest steuert die Stadt aus ihrer eigenen "Schatulle" bei.
Gerhard Seib
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